Epiphyten

Als Epiphyten bezeichnet man eine bestimmte Pflanzengruppe, die nicht wie gewöhnliche Pflanzen in der Erde wachsen, sondern sich auf anderen Pflanzen ansiedeln. Die sogenannten Aufsitzerpflanzen halten sich mit ihren dicken Wurzeln an Bäumen oder Ästen fest und sind an Trockenheit und Nährstoffarmut bestens angepasst. Epiphyten sind nicht mit Schmarotzerpflanzen zu verwechseln, da sie keinen anderen Pflanzen einen Schaden zufügen. Unsere Cocoon Orchids wachsen auf einem Stück Rinde mit einer Rückwand aus Kork, somit sind ihre natürlichen Bedingungen sehr gut nachempfunden. Es ist toll zu beobachten, wie die Wurzeln fest an die Rindenoberfläche wachsen und die Pflanzen sich somit Halt verschaffen. 

Trockenheit ist bei den Orchideen weniger ein Problem als zu viel Wasser. In den tropischen Nebelwäldern steht den Pflanzen in der Regenzeit häufig einmal am Tag sehr viel Wasser zur Verfügung, davor und danach ist es sehr schwül und warm. In der Trockenzeit regnet es sehr wenig und die Pflanzen nehmen Wasser über die feuchte Luft auf, die von abends bis morgens zur Verfügung steht. Durch ihre dicken Blätter und Pseudobulben speichern sie Wasser, wenn ihnen dies zur Verfügung steht. Somit kommen sie auch in trockeneren Perioden bestens zurecht.

Die Nährstoffverfügbarkeit ist auch sehr stark beschränkt, was eine Erklärung dafür ist, warum Orchideen eher zu den langsam wachsenden Pflanzen zählen. Meist sind es abgestorbene Pflanzenteile, Blätter oder tote Insekten, die sich auf der Rinde ablagern und die Epiphyten mit der nötigen Nahrung versorgen. Da dies sehr geringe Mengen sind, braucht auch Ihre Cocoon Orchid nur wenig Nahrung. (Mehr dazu im Kapitel Pflege). 

Kleiner Exkurs:
Orchideen gehören zu den sogenannten CAM-Pflanzen. Diese Pflanzengruppe zeichnet ein besonderer Stoffwechsel aus. Normale Pflanzen nehmen Kohlenstoffdioxid am Tage über Blattöffnungen an der Blattunterseite auf, nutzen dies für die Photosynthese und geben Sauerstoff wieder ab. Bei CAM-Pflanzen erfolgt die Aufnahme des Kohlenstoffdioxids aber bei Nacht und erst am darauffolgenden Tag wird das CO₂ in der Pflanze bei der Photosynthese umgesetzt und nachts wieder in Form von Sauerstoff abgegeben. Warum machen die CAM-Pflanzen es so kompliziert? CAM-Pflanzen, auch die Orchideen, wachsen meist in sehr warmen Regionen auf der Erde. Würden sie am Tage ihre Blattöffnungen für die Aufnahme von CO₂ öffnen, würde viel Wasser durch Transpiration (eigentlich wie schwitzen) verloren gehen. Da es nachts nicht so heiß ist, machen sich die CAM-Pflanzen dies zu Nutze und öffnen nur nachts ihre Blattöffnungen. Somit schützten die Pflanzen das bisschen Wasser, was sie zur Verfügung haben und können trotzdem erfolgreich Photosynthese betreiben. Ein kleines Wunder der Natur!

 

Ursprung

Betrachten Sie doch einmal die Rückwand Ihres Cocoon-Glases. Dieses Foto haben wir in einem tropischen Nebelwald auf circa 1200 m Höhe in Ecuador aufgenommen. Wir waren von dem Anblick dieses Baumes überwältigt! Betrachten Sie einmal, wie viele andere Pflanzen auf dem Baum wachsen. Neben Orchideen kann man auch Tillandsien, Bromelien und viele andere Arten finden. Im Hintergrund zieht schon ein feuchter Nebel in die Bergregion, der viele Pflanzen mit dem nötigen Wasser versorgt. Genau aus solchen Regionen stammen unsere Cocoon Orchids ursprünglich!